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Was wäre wenn...?

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Abgeschottet von der Beziehung zu mir selbst

Was würde ich machen, wenn ich mich als gut genug empfinden würde? Wer wäre ich, wenn ich mich selbst so lieben würde, wie ich bin?

 

Ich frage mich, ob ich irgendwas anders machen würde als bisher. Gerade fällt mir nichts ein. Und ich glaube, dass genau das der Grund ist, weshalb es mir so schwerfällt, dieses Problem anzugehen. Die einzige Veränderungsmotivation, die mir in den Sinn kommt, ist die, dass ich anderen kein Klotz mehr am Bein wäre. Dass ich nicht mehr ständig hinterfragen und nachfragen müsste, ob sie mich denn WIRKLICH mögen oder lieben könnten. MICH, die, die immer zu laut und zu viel ist, zu schnell redet. Die doch eigentlich gar nicht liebenswert ist, oder?


Aber gibt es nicht noch einen anderen Grund? Einen Grund, der nur mich betreffen würde, ohne in Verbindung mit anderen zu stehen?

Vielleicht, dass ich einfach mal für mich lebe. Dinge mache, die nur mir Spaß machen. Die ich nur für mich tue, weil sie mir guttun. Nicht, weil ich sie selbst von mir erwarte.


Was wäre, wenn ich mich nicht jedes Mal beim Singen aufnehmen müsste, um mir danach zu beweisen, dass ich es kann oder nicht kann. Wenn ich einfach mal in mein Tagebuch schreiben könnte, ohne darüber nachzudenken, dass daraus mein nächster Blogbeitrag wird. Wenn ich ein Projekt einfach mal nur für mich starte, ohne darüber nachzudenken, welche wertvolle Message ich damit jetzt nach draußen tragen kann? Ja, was wäre, wenn? Was käme dabei raus?


Ich weiß es nicht. „Noch nicht“, würde meine Therapeutin jetzt sagen. „Probiers doch EINFACH mal aus“, würden meine friends & family sagen.


Und was sage und denke ich?


Dass das eben nicht EINFACH so geht. Nicht, wenn man sein Leben lang nur von der Bestätigung von außen gelebt hat. Wenn man auf Feedback angewiesen ist, wie andere auf ein Glas Wasser.


Es gibt genau eine Sache, an die ich mich erinnern kann, bei der ich dieses Szenario so halbwegs durchgespielt habe. Ich habe das Taylor Swift Konzert mit einer Action-Cam aufgenommen bzw. mich selbst, um mich Jahre später nochmal genau diesen Moment, der für mich emotional eine so große Bedeutung hat, wieder erleben zu können.


In dieser Situation habe ich es wissentlich zum ersten Mal geschafft, etwas primär nur für mich zu machen. Wie sich das anfühlt?

Richtig, weil ich MIR eine Erinnerung für immer geschaffen habe.

Falsch, weil ich so niemandem wirklich das Gefühl vermitteln konnte, wie es ist, sich vollkommen befreit und safe in einer Community zu fühlen. Ich kann darüber sprechen und schreiben. Dabei wird jedoch niemand jemals ansatzweise das Gefühl nachempfinden können, was ich wirklich gefühlt habe.


Warum ich es ausgerechnet in dieser Situation geschafft habe? Weil ich wusste, dass das Ganze ein einmaliges Erlebnis, was ich so schnell nicht bzw. nie wieder erleben werde. Im Gegensatz dazu kann ich jedoch immer wieder einen Tagebucheintrag schreiben, jederzeit ein Video drehen, gehe jeden Tag aufs neue auf die Arbeit,…


Wenn ich jetzt Mathematikerin wäre, sähe meine Rechnung in etwa so aus:

1 x Moment = einmaliges Ereignis

Da ich jedoch Autorin und/ oder Journalistin bin, lautet mein Ergebnis:

Ich muss an meiner Wahrnehmung arbeiten.

Denn jeder Moment ist doch einzigartig oder nicht? Man kann ihn vielleicht wiederholen, aber nie wieder hat man dabei dieselben Emotionen und Gedanken oder befindet sich in der gleichen Ausgangslage. All diese Faktoren ändern sich stündlich, minütlich, sekündlich.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich diesen Tagebucheintrag, dieses Video oder diese Idee nie wieder exakt so umsetzen würde, wie in dem Moment, in dem ich den Punkt auf meine Todo-Liste gepackt habe.


Aber was hat das Ganze mit der Frage vom Anfang zu tun?


Selbstfürsorge stärkt den Selbstwert. Und wenn ich Dinge für mich mache – nur für mich, nicht für andere – kreiere ich mein eigenes Feedback. Dann mache ich mich in diesen Momenten nicht mehr von den Meinungen anderer abhängig, sondern bin auf mich selbst angewiesen. Schaffe Momente und Erinnerungen mit mir selbst, wodurch sich nach und nach eine gesunde Beziehung zu mir selbst und meinem Inneren aufbaut. Und gesunde Beziehungen können bekanntlich nur funktionieren, wenn man an ihnen arbeitet. Mit ihnen arbeitet und nicht gegen sie. Sie stetig hinterfragt, pflegt, aufeinander achtgibt, ehrlich und konstruktiv zueinander ist.

Produktivität ≠ Performance

Kommentare


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Hi, danke fürs Vorbeischauen!

Mein Name ist Saskia Schleyer. Ich bin tollpatschig, meistens organisiert und schreibe für mein Leben gern. Aktuell studiere ich Journalismus, was mir sehr viel Spaß bereitet. Nebenbei arbeite ich beim Südwestrundfunk. Wenn ich nicht gerade schreibe oder Videos produziere, singe ich oder veranstalte einen Spieleabend bei mir zuhause.

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